Eine Spende fürs Hospiz

Ein tolles Ergebnis: Sören Kasimir (links) übergab Bernadette Collatz vom Hospiz in Oranienburg insgesamt 400 Euro als Spende. Die gesamte Klasse 7.1 hat ihn bei der Aktion unterstützt. Foto: Ingmar Höfgen

Gransee (MZV) Ein Kuchenbasar ... erbrachte 85,26 Euro als Spende für das stationäre Hospiz "Lebensklänge" in Oranienburg. ...



Am 26.11.2015 veröffentlichte die Gransee Zeitung folgenden Artikel.

(Quelle: Ingmar Höfgen 26.11.2015 07:00 Uhr Red. Gransee, lokales@gransee-zeitung.de)

Eine Spende fürs Hospiz

Schüler des Strittmatter-Gymnasiums organisieren Kuchenbasar

Gransee (MZV) Ein Kuchenbasar im Granseer Strittmatter-Gymnasium erbrachte 85,26 Euro als Spende für das stationäre Hospiz "Lebensklänge" in Oranienburg. Deren Leiterin Bernadette Collatz war am Mittwochmorgen sichtlich gerührt.

9.15 Uhr, erste große Unterrichtspause am Gymnasium. Das Foyer füllt sich. Einige Schüler der Klasse 7.1 warten dort schon, hinter mehreren Tischen mit Kuchen und Torten. 50 bis 70 Cent wollen sie pro Stück, für einen guten Zweck.

Die Initiative für die Spende ging von Sören Kasimir aus. Die Uroma des 13-Jährigen Marienthalers lebt im Hospiz in Oranienburg. Diese Einrichtung, in der Menschen die letzten Tage ihres Lebens möglichst selbstbestimmt verbringen sollen, finanziert sich unter anderem über Spenden. Vor rund vier Wochen hat Sören in seiner Klasse die Idee angesprochen. Und stieß auf offene Ohren und Herzen. Am Mittwoch standen acht Kuchen und Torten, selbstgebacken oder auch selbstgekauft, auf den Tischen im Foyer.

Viele seiner Mitschüler halfen ihm beim Verkaufen. Immer wieder liefen sie und auch Klassenlehrerin Kristin Schulz mit vollem Teller im vollen Foyer umher und boten das leckere Süße feil. Dort, wo der Gymnasiast nicht zum Kuchenbasar kam, da kam der Kuchenbasar eben zum Gymnasiasten.

Am Ende rundeten Sörens Mitschüler den Betrag noch auf. Die große Unterstützung hat Sören Kasimir beeindruckt. "Bei den Mitschülern und Lehrern möchte ich mich bedanken", sagte er.

Insgesamt konnte sich Bernadette Collatz, die Leiterin des Hospizes, am Mittwoch über 400 Euro als Spende freuen. Die Familie von Sören, Eltern und Großeltern, spendeten 120 Euro, und Radio Energy legte 180 Euro drauf. Dort läuft gerade eine Aktion, bei der das Gehalt verdreifacht wird. Sören fragte, ob das auch für sein Taschengeld gilt, und beschrieb, wofür das Geld verwendet werden soll. Der Sender rief am Mittwochfrüh an, und so war er vor dem Kuchenverkauf schon im Radio.

"Ihr habt eine Riesenunterstützung geleistet", lobte Hospiz-Leiterin Bernadette Collatz die Schüler der 7.1. Rund 90 Prozent der Hospiz-Kosten trägt die Krankenkasse, 10 Prozent müssen durch Spenden eingenommen werden. Das Hospiz gehört zu den Oberhavel Kliniken.

Collatz erklärte den Schülern den Unterschied zwischen einem Krankenhaus und einem stationärem Hospiz. Ihre Gäste, auf diese Bezeichnung legt sie wert, seien "jene, die nicht mehr gesund werden können". Es gehe also nicht mehr darum, Patienten zu heilen. Der Gast bestimme, wann er aufsteht, badet, ob er Haustiere versorgt. Er muss sich nicht der Organisation und den Bedürfnissen des Krankenhauses fügen. Feste Besuchszeiten gebe es keine, Angehörige könnten dort auch übernachten. Zwölf Plätze für Menschen in der letzten Zeit ihres Lebens gibt es in Oranienburg.

"Dass ihr an diese Menschen denkt und ihnen helft, ist ganz toll", sagte Schulleiter Dr. Uwe Zietmann vor der Klasse 7.1. Die Spende solle keine einmalige Aktion bleiben, so Zietmann später. Er bedauerte, dass es im Norden Oberhavels (noch) keine vergleichbare Institution gibt.