Stolpersteinverlegung von unseren Schülern mitgestaltet

Am 24.09.2015 haben SchülerInnen des Strittmatter-Gymnasiums an der Gedenkveranstaltung ...


Die Tochter von Erich Mühsam hat am Tage ihrer Deportation ins Lager Theresienstadt sich das Leben genommen. Daran erinnert ein Stolperstein vor ihrem Haus.

 

Aus der Märkischen Algemeinen vom 25.09.2015:

Stolperstein erinnert an Neuglobsower Tragödie

Denkmal für Emma Redlich: 1943 wählte die Neuglobsowerin vor ihrer geplanten Deportation den Freitod. Auf Initiative des Ortsbeirates verlegte Künstler Gunter Demnig nun einen Stolperstei, um die Erinnerung an diese Tragödie wachzuhalten.(Seite 4)

Auf Seite 4 stand folgendes:

Jedes Schicksal berührt: Für Stolperstein-Erfinder Gunter Demnig ist auch der 50 000 keine Routine.

Wegweiser in die Geschichte

Stolperstein zur Erinnerung an Neuglobsowerin Emma Redlich verlegt

Neuglobsow (MZV) Über die Geschichte stolpern, über das Schicksal einer Frau, die den Freitod wählte, als ihre Deportation nach Theresienstadt bevorstand. Zum Andenken an die Neuglobsowerin Emma Redlich liegt seit Donnerstag ein Stolperstein an der Stechlinseestraße.

Eingelassen vor dem Landhaus Labes, dem einstigen Wohnhaus der Familie, ist er einer von etwa 50 000 in 20 Ländern, sagt Gunter Demnig. Demnig passt den Stein am Morgen im Seitenstreifen der Asphaltstraße ein. Routine? Nein, die könne es nicht sein. Es waren viele Steine, die er in den vergangenen 18 Jahren zur Erinnerung an Menschen verlegt hat, die von den Nazis verfolgt wurden. Dennoch sei jedes Schicksal anders, jede Geschichte berührend.
In Neuglobsow ist es das Leben und Sterben der Emma Redlich. Im Ort wusste man lange nicht viel von dieser Geschichte, sagt Ortsvorsteherin Kerstin Borret (WG Heimatverein Neuglobsow/Dagow). Sie selbst habe Emma Redlichs Tochter noch kennengelernt. Doch Anne-Marie Labes habe wenig über das Schicksal ihrer Mutter preisgegeben. So wie andere Familien an vielen Orten, an denen Demnig inzwischen Geschichte ,,verlegt" hat, sagt der Künstler, der gegen das Vergessen arbeitet.
1907 war das Landhaus Labes an der Stechlinseestraße von der jüdischen Kaufmannsfamilie Redlich erworben worden. Moritz Sylvius Redlich starb 1942 eines natürlichen Todes, seine Frau Emma beging im Jahr darauf Selbstmord in ihrem Haus. Sie war ,,als Jüdin in Neuglobsow national-sozialistischen Repressionen ausgesetzt". So steht es auf der Stele geschrieben, die den Stolperstein vor dem Haus Labes ergänzt. Sie gehört zur Reihe ,,Spurensuche", einem ortshistorischen Rundgang, die der Heimatverein initiiert hat.
Die Verlegung des Stolpersteines begleiteten nicht nur politische Vertreter, sondern auch eine Reihe Interressierter. Borret wies darauf hin, dass es wichtig sei, die Kinder des Ortes in solch eine Veranstaltung einzubeziehen. ,,Ich freue mich, dass die Schulen meiner Einladung gefolgt sind", sagte die Ortsvorsteherin. Schüler des Strittmatter-Gymnasiums untermalten die Veranstaltung musikalisch und mit der Rezitation des Wolf Biermann-Gedichtes ,,Wann ist denn endlich Frieden". 
Dank äußerte auch der heutige Eigentümer des Landhauses Labes und stellvertretende Ortsvorsteher, Wolfgang Schmolke:,,Wir haben die tragische Geschichte immer an unsere Gäste weitergetragen". Mit Stein und Stele würden nun aber sehr viel mehr Menschen erreicht.


Hier sehen Sie noch einige Bilder von dieser Veranstaltung: